Acht Wochen lang konnten Studierende im Selbststudium und in wöchentlichen Kleingruppen-Meetings ihre persönlichen Werte reflektieren und gemeinsam in den Austausch gehen. Auch Werte in der Berufspraxis und in der (psychologischen) Forschung sowie der Umgang mit Wertekonflikten waren thematische Schwerpunkte. Das Konzept des Brave Space unterstützte die Studierenden dabei, den Raum für die eigene Entwicklung zu nutzen. In unserem Blogbeitrag zum Auftakt haben wir bereits über Format und die Inhalte der WERTstatt berichtet.
Vertrauensvolle Atmosphäre und konstruktiver Austausch
In den Kleingruppen-Meetings hatten die Teilnehmenden jede Woche die Gelegenheit über die Wissensinputs, Fallbeispiele oder Interviews der jeweiligen Woche zu reflektieren. Dabei wurden sie von geschulten Tutor*innen angeleitet. Reflexions- und Diskussionsfragen waren beispielsweise: „Welche Werte sind dir heute schon begegnet?“, „Wo begegnen dir Werte in Organisationen?“, „Wie entstehen Wertekonflikte in der (psychologischen) Praxis?“
Die Tutor*innen berichteten, dass die Teilnehmenden aus allen Gruppen interessiert und engagiert an den Treffen teilgenommen haben: Mit jeder Woche sei die Atmosphäre spürbar vertrauter geworden, die Rückmeldungen seien positiv, und viele der Teilnehmenden freuten sich sehr über die Gelegenheit, sich einmal auf einer anderen, etwas persönlicheren Ebene auszutauschen.
Werte gemeinsam erleben: Präsenztag an den Campusstandorten
Die WERTstatt setzt dabei auf „Blended Learning“. Das heißt, die Studierenden erschließen sich die Inhalte überwiegend online (asynchron und in synchronen Meetings), kommen aber auch an einem Präsenztag an den Campusstandorten der FernUniversität in Hagen zusammen – in diesem Semester in Berlin, Bonn und Hamburg.
Den Präsenztag prägten vor allem zwei intensive Übungen. Zum einen ging es um den Umgang mit Wertekonflikten: Die Teilnehmenden nahmen verschiedene Rollen ein und erlebten unmittelbar, wie solche Konflikte entstehen und sich verfestigen und vor allem, welche Strategien dabei helfen, mit ihnen umzugehen. Zum anderen teilten die Studierenden in sogenannten Story Circles (vgl. Deardorff, 2021) Geschichten miteinander und trainierten dabei aktives Zuhören und interkulturelle Kompetenzen.
Beides erforderte eine gute Portion Mut, Neugierde und Offenheit für andere Perspektiven. Genau dafür bot das Brave-Space-Konzept den passenden Rahmen: Die Teilnehmenden waren eingeladen, sich herausfordernden Themen offen zu stellen und dabei wertschätzend miteinander umzugehen.



Wie geht es weiter? Evaluation und neuer Durchgang im Wintersemester
Die WERTstatt wird begleitend evaluiert: Über den Kurs hinweg haben die Studierenden wöchentliche Reflexionsfragen beantwortet und an Befragungen vor und nach dem Kurs teilgenommen. Diese Rückmeldungen werden aktuell ausgewertet und sind für uns die wichtigste Grundlage, um den Kurs weiterzuentwickeln.
Im Wintersemester 2026/27 beginnt dann ein weiterer Durchgang der WERTstatt.
Wir freuen uns schon darauf!
Von: Charlie Albrecht
Literatur
Deardorff, D. K. (2021). Manual for developing intercultural competencies: Story Circles. UNESCO; Routledge. https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000370336





